Artikelausdruck von Freestyle Bonn


Ju-Jutsu:
(Interessengemeinschaft für Selbstverteidigung an der St. Ludgeri-Kirche Gelsenkirchen)

Offener Kampfkunstlehrgang der Sonderklasse in Gelsenkirchen

 
Im ersten Teil stellte (Sifu/Master) Marcus Schüssler (www.wt-velbert.de / www.iuewt.com) einfache Tatsachen des gesunden Menschenverstands als Grundlage einer effektiven Kampfkunst vor. Diese Vorstellung wurde anhand eines Schaumstoffballs und eines 5Kg schweren Medizinballs durchgeführt, welcher das eigentliche Unterrichts- und Lernwerkzeug für die den gesamten ersten Teil darstellte. Der Medizinball zwang die Teilnehmer intuitiv dazu, sich von stilistischen Dogmen zu trennen. Wie kam dieser Effekt zustande? Die Teilnehmer hatten die Aufgabe, durch explosive Beschleunigung den Medizinball unter Dampf zu bringen und die Flugrichtung wie ein zielorientiertes Geschoss auf andere Teilnehmer auszurichten. Spätestens in diesem Moment sahen sich alle Teilnehmer intuitiv dazu gezwungen, eine Widerstandsstruktur etabliert zu haben – ein Akt des eigenen gesunden Menschenverstands um entweder nicht vom Medizinball frontal getroffen oder aus dem Gleichgewicht gerissen zu werden. Ein Teilnehmer sagte sogar vor allen Anwesenden, dass er so etwas noch nie erlebt hätte und er das Gefühl habe, er wäre im Falle solch einer Energieeinwirkung alternativlos. Nach der grundlegenden Arbeit in Sachen Energie wurden die Inhalte in eine kleine Basisgrundübung umgesetzt, um den Teilnehmern die Übertragung in die Selbstverteidigungsebene unter der Prämisse des Verhältnisses 0% Risiko / 100 % Sicherheit zu ermöglichen.

Im zweiten Teil schloss Großmeister Herman Harms (www.jutsu-akademie-harms.de) mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung nahtlos an, in dem er Übungen aus traditionellen Kampfkünsten in die Ebene der logischen Grundlagen aus dem ersten Teil übersetzte. Er lieferte einen wertvollen Bezug einer zeitgemäßen Umsetzung alter überlieferter Übungen und Techniken mit modernem Praxisbezug. Dabei wurden unterschiedlichste Themengebiete angeschnitten in Bezug auf die Praxisorientierung in Sachen Selbstverteidigung mit und ohne Gegenstände. Großmeister Harms verstand es in seiner authentischen Art und Weise den Teilnehmern Bilder zu vermitteln, welche die weitere Nachbereitung der Teilnehmer begleiten sollen. Auch einfache Übungen, die einem Außenstehenden den Eindruck vermitteln würden, die Teilnehmer sollten sich absichtlich mit leichten Bewegungen im Gesicht treffen lassen, hatten jedoch den Hintergrund, den Teilnehmern eine kontrollierte Sensibilisierung für das ‚getroffen‘ werden, als aber auch eine kontrollierte Lernumgebung für den Abbau von Hemmungen bei Schlagbewegungen zu ermöglichen.

Am Ende des zweiten Teils äußerten die Teilnehmer, dass sie beide Teile des Lehrgangs sehr genossen und als ein harmonisches Ganzes wahrgenommen hatten, wobei jeder Teil für sich durch die individuelle und authentische Darstellungsform des jeweiligen Referenten ein jeweils eigenes Bild mit Blick auf die gleiche logische Grundlage erzeugt hatte. Es wurden direkt weitere Workshops angefragt und auch in Aussicht gestellt.


Autor: heha
Artikel vom 15.04.2019, 11:46 Uhr

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