Artikelausdruck von Freestyle Bonn


Basketball:
(SOBA Dragons Rhöndorf)

Pokal-Aus und Verletzungs-Pech

 
Für SOBA Rhöndorf war bereits die 2. Hauptrunde im DBB-Pokal Endstation. Die Dragons unterlagen BG Karlsruhe am Dienstagabend klar mit 77:103 (41:52). Der aktuelle Zweite der ProA war dem Zweiten der ProB in allen Belangen überlegen. So gab es am Sieg der Gäste – auch in der Höhe – nichts zu deuteln. Schwerer als Niederlage wog jedoch, dass am Menzenberg mal wieder der „Verletzungsteufel“ zugeschlagen hat!

Knapp 18 Minuten lang die erlebten die rund 350 Zuschauer ein Duell auf Augenhöhe. Die Gäste lagen zwar von Beginn an knapp in Front – abgesehen vom Ausgleich durch einen Dreier von David Watson (4“/9:9) – Rhöndorf blieb aber auf Schlagdistanz dran. Vor allem, weil sich „Sir D“ Spraggins einmal mehr treffsicher präsentierte. Insgesamt betrachtet traten die Dragons jedoch bei weitem nicht so selbstbewusst auf, wie zuletzt in den Ligaspielen erlebt. Die Offensive wirkte halbherzig und etliche gute Korbchancen wurden überhastet ausgelassen. „Gerade im ersten Viertel war bei uns viel Respekt vor Kalrsruhe zu spüren“, räumte Rhöndorfs Headcoach Eric Detlev ein. „Wir haben zu oft auf das Spiel des Gegners reagiert und zu selten selbst agiert.“ Trotzdem gingen die Hausherren in der elften Minute in Führung, Jonas Wohlfarth-Bottermann markierte per Korbleger das 23:22. Der Traum vom Einzug in die nächste Pokalrunde war für die Dragons jedoch nur ein kurzweiliges Vergnügen. Karlsruhe konterte trocken, kreierte durch schnelle Pass-Stafetten immer wieder freie Wurfchancen und nutze die Chancen routiniert. Die logische Konsequenz: Die BG zog bis zur 16. Minute erstmals deutlicher davon (27:36).

Manche mögen SOBA Rhöndorf bereits zu diesem Zeitpunkt abgeschrieben haben, die hatten jedoch die Rechnung ohne die bemerkenswerte Moral des Teams gemacht. Die Dragons schalteten in der Defensive einen Gang hoch und im Spiel nach vorne ging man konzentrierter zur Sache. Nachdem DeUndrea Spraggins einen Dreier eingenetzt und sich Johannes Lange zweimal erfolgreich durch die Zone getankt hatte, waren die Gastgeber wieder bis auf drei Zähler dran (18“/36:39). Dann jedoch kam es für die Drachen knüppeldick: Erst knickte Jonas Wohlfarth-Bottermann um und schied mit einer Bänderdehnung im Sprunggelenk aus. Wenig später verabschiedete sich auch noch Chris Rojik aus dem Spiel. Der ProB-MVP der vergangenen Saison war durch Rückenbeschwerden gehandicapt aufgelaufen, signalisierte dann aber, dass es keinen Sinn mehr macht. Genau in dieser Phase kassierten die Dragons auch noch ein Technisches Foul. Der Auftakt einer 15:3-Serie für Karlsruhe, gleichbedeutend mit der komfortablen 52:41-Pausen-Führung der Gäste.

Von den Tiefschlägen erholte sich SOBA Rhöndorf nicht mehr. „Zuletzt ist es uns gelungen Ausfälle wichtiger Spieler zu kompensieren, da hatten wir es allerdings auch nicht mit Gegnern von diesem Kaliber zu tun“, stellte Eric Detlev nüchtern fest. Neben den erwähnten aktuellen Verletzten, fehlten bekanntlich mit Fabian Thülig (Sehnenabriß am Daumen) sowie Nick Larsen (Sehnenanriß am Schultereckgelenk) zwei weitere Stammspieler von vornherein. Auf der anderen Seite kam der BBL-erfahrene Playmaker Marco Grimaldi aufgrund einer Wadenverletzung zwar auch nur zu Kurzeinsätzen, was dem Spielfluss der BG jedoch kaum bremste. Im Stile einer Klassemannschaft setzte sich Karlsruhe zügig bis auf 20 Punkte ab (30“/61:81) und verwaltete den Vorsprung bis zum Ende clever. So konnten beide Chef-Trainer ihren Bankspielern wertvolle Spielminuten geben.

BG-Coach Dr. Ivan Vojtko: „Das Spiel war für uns absolut okay. Natürlich wollten wir die nächste Runde erreichen. Allerdings war es für uns im Hinblick auf das schwere Liga-Spiel am kommenden Wochenende auch wichtig, alle elf Spieler einzusetzen, um Rhythmus und Selbstvertrauen aufzubauen – was rundum gelungen ist.“

Dragons-Coach Eric Detlev: „Klar, ich hätte ich mir – wie alle Fans –ein knapperes Endresultat gewünscht. Wir müssen die Pokal-Niederlage jetzt schnell aus den Köpfen streichen und hoffen, dass Chris Rojik und Jonas Wohlfarth-Bottermann bis Samstag wieder fit mit nach Rist Wedel fahren können.“


Original-Pressemitteilung
Artikel vom 04.11.2009, 11:02 Uhr

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